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Der Apelido (Übername) ... |
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Im Zentrum für "Cultura Física Regional", der Akademie von Mestre BIMBA, wurde dem Ritual der Namensgebung eine
besondere Bedeutung beigemessen. Nachdem ein Schüler bereits einige Tage trainiert hatte und den Unterrichtsablauf
auswendig kannte, sagte Mestre BIMBA eines Tages: "Heute bist du an der Reihe", damit meinte er, dass nun auch die
Neuen zum ersten Mal zum Rhythmus des Berimbau spielen werden. Wir waren sehr aufgeregt. Die älteren Schüler waren
sehr glücklich und konnten es kaum erwarten, uns Neuankömmlingen einen Übernamen zu geben.
Nachdem unser Übername ausgewählt war, warteten wir aufgeregt auf den Augenblick, für die Neuankömmlinge selbst solche
Übernamen auswählen zu können. Jeder neue Schüler bekam seinen Übername. Dieses Ritual lehrte uns mehr über Kameradschaft,
Bruderschaft, Kollegialität, Respekt und Wohlwollen gegenüber den neuen Schülern. Wir wollten sie spüren lassen, was wir
bereits fühlten, d.h., dass jeder neue Schüler als ein weiterer Schüler Bimbas anerkannt wurde und zur Gruppe gehörte.
Bei der Namensgebung wurde immer darauf geachtet, dass diese Übernamen nichts Negatives bedeuteten. Die Namensgebung war
für uns der erste wichtige Augenblick in unserem Leben als Capoeiristas. Nur kurze Zeit danach konnten wir an unserem
ersten Fest teilnehmen, am sogenannten Batizado, an dem zahlreiche Capoeiralehrer, Schüler, Freunde und Gäste anwesend
waren.
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Die Namensgebung war eine weitere Form, unsere Kreativität innerhalb der Capoeira weiterzuentwickeln. Die Namensuche
aktivierte tatsächlich diese Funktion unseres Gehirns. Ausgehend von der Kreativität begann sich die Kunst der Capoeira
zu festigen und in uns zu wachsen; nun ging es nur noch darum, aufmerksam und konzentriert zu sein, die "Mandinga"
(spiritueller Schutz) der älteren Schülern zu verstehen und unsere eigene zu entwickeln.
Wir glaubten, dass die Namensgebung das Hauptprinzip des Capoeira-Spiels widerspiegelte: Die Schlauheit und das
Vortäuschen, die sich aus dem Hin und Her der Ginga, dem Sichzeigen und Sichverstecken, den Vor- und Rückwärtsbewegungen,
dem Auf und Ab, dem Angriff und der Verteidigung ergaben. Es ist dieser Dualismus, der zu einem Ganzen verschmilzt, zur
sogenannten Mandinga und Manha (List, Tücke).
Der Übername ist ein wesentlicher Bestandteil der Capoeira-Kultur. Er ist ein Grundsatz und eine Tradition unserer
wertvollen Kunst. Die Bedeutung und Notwendigkeit des Capoeiristas, einen Capoeira-Namen zu besitzen, mag für eine
Person, welche die Tradition von Capoeira nicht gut kennt, als unbedeutend erscheinen. Für einen guten Unterricht und
die Entwicklung der Capoeira-Kunst ist er jedoch fundamental.
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